Informationen für Nachbarschaftshelfer

Rechtsgrundlage zur Anerkennung von Nachbarschaftshelfern bildet die Sächsische
Betreuungsangeboteverordnung vom 16. Dezember 2015.

Hilf mir, es selbst zu tun.
Maria Montessori

Nachbarschaftshelfer kann jede volljährige natürliche Person werden, die nicht in häuslicher Gemeinschaft mit der zu betreuenden Person lebt und nicht als Pflegeperson im Sinne des § 19 SGB XI bei der zu betreuenden Person tätig ist. Nachbarschaftshelfer und die pflegebedürftige Person dürfen nicht bis zum zweiten Grad verwandt oder verschwägert sein. 


Die Anerkennung als Nachbarschaftshelfer erfolgt, indem die Person einen von den Pflegekassen für die Nachbarschaftshilfe anerkannten Kurs absolviert hat oder über gleichwertige Erfahrungen und Kenntnisse in der Versorgung von pflegebedürftigen Personen verfügt. Diese müssen der Pflegekasse des Helfers nachgewiesen werden, beispielsweise durch entsprechende berufliche oder ehrenamtliche Tätigkeit.

Das Wissen und die Kenntnisse müssen regelmäßig, mindestens alle drei Jahre, durch eine Teilnahme an einem anerkannten Kurs oder im Rahmen einer von den Pflegekassen anerkannten Tätigkeit aktualisiert und den Pflegekassen unaufgefordert nachgewiesen werden. Pflegekursanbieter können dem Download-Bereich entnommen werden.

Nachbarschaftshelfer müssen angemessen gegen Schäden, die sie anderen im Rahmen ihrer Tätigkeit zufügen könnten, versichert sein. Eine Empfehlung des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) finden Sie im Download-Bereich. Der GDV ist die Dachorganisation der privaten Versicherer in Deutschland und hat seinen Sitz in Berlin.

Um die Anerkennung als Nachbarschaftshelfer zu erhalten, füllen Sie bitte das Formular "Erklärung zur Erfüllung der Anerkennungsvoraussetzungen für Nachbarschaftshelfer" aus und senden dieses gemeinsam mit Ihrem Qualifizierungsnachweis an Ihre eigene Pflegekasse.

Durch Veröffentlichung Ihrer Daten im "Pflegenetz Sachsen" ermöglichen Sie es von pflegebedürftigen Personen und deren Angehörigen gefunden und kontaktiert zu werden. Bitte reichen Sie hierfür das Datenfreigabeformular bei Ihrer Pflegekasse ein.


Der Aufgabenbereich eines Nachbarschaftshelfers liegt darin, den Tagesablauf der pflegebedürftigen Personen zu strukturieren; sie stundenweise zu betreuen und damit deren Angehörige zu entlasten.

  • Nachbarschaftshelfer begleiten Betroffene im Alltag.
  • Sie aktivieren vorhandene Kompetenzen.
  • Sie stärken die Mobilität, zum Beispiel durch gemeinsame Spaziergänge.
  • Sie unterstützen durch kleine Hilfen bei der Bewältigung des Alltags.
  • Sie helfen bei der hauswirtschaftlichen Versorgung.

Nachbarschaftshelfer dürfen maximal 40 Stunden pro Kalendermonat betreuen und entlasten. Die Aufwandsentschädigung wird mit der pflegebedürftigen Person vereinbart und darf 10 EUR pro Stunde nicht übersteigen. Die Abrechnung erfolgt zwischen Nachbarschaftshelfer und der zu betreuenden Person.

Als Nachbarschaftshelfer tätige Fachkräfte gemäß der Anlage 1 der Durchführungsverordnung zum Sächsischen Betreuungs- und Wohnqualitätsgesetz und Pflegehilfskräfte, die über einen nach Landesrecht anerkannten Berufsabschluss verfügen, können mehr als 40 Stunden betreuen und entlasten sowie eine höhere
Aufwandsentschädigung vereinbaren.

Einnahmen aus der Tätigkeit als Nachbarschaftshelfer können gegebenenfalls sozialversicherungs- und/oder einkommenssteuerpflichtig sein.

Weitere Informationen erhalten Sie von Ihrer Pflegekasse.